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01.02.2024

Indigene Friedensgestaltung und Soziale Arbeit – Ein Beitrag zur Internationalen Sozialen Arbeit und Friedensbildung

Das Versagen westlicher Friedensbildungsstrategien  

Die internationale Geschichte der Menschheit ist geprägt durch Konflikte und Kriege, deren Zerstörungskraft und Auswirkungen erheblich zugenommen haben. Frieden ist nicht selbstverständlich, er muss aktiv gestaltet werden. Westliche Strategien zur Herstellung eines weltweiten Friedens sind bisher wenig erfolgreich. Hintergrund ist ein Rechtsverständnis, das, charakterisiert durch ein Täter-Opfer-Denken, vorrangig darauf zielt, Täter*innen zu bestrafen. In internationalen Kontexten werden zudem lokale kulturelle, historische, soziale und politische Gegebenheiten oft nicht ausreichend berücksichtigt. Westliche Interessen und Denkweisen werden häufig in den Vordergrund gestellt.  

Friedensbildung: Ein Auftrag der Sozialen Arbeit  

Auch die Soziale Arbeit in Deutschland hat sich bislang kaum für internationalen Frieden engagiert, obwohl sie sich als Menschenrechtsprofession aktiv für die Entwicklung einer Kultur des Friedens einsetzen müsste. Trotzdem werden Ansätze der Friedensbildung kaum in Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit diskutiert. Gleiches gilt auch für Indigene Wissenssysteme, die bis heute oft als unwissenschaftlich abgewertet werden, obwohl sie erheblich älter sind, als wissenschaftliches Wissen. Erst in jüngerer Zeit wird innerhalb der Sozialen Arbeit ihre Anerkennung als einzigartiges und legitimes Wissen gefordert, es wird international als eine Grundlage der Sozialen Arbeit eingeschätzt. Wissen darüber ist in Deutschland jedoch wenig vorhanden. In Studiengängen der Sozialen Arbeit wird es bisher nicht thematisiert, Bezüge zu Sozialen Arbeit werden nicht hergestellt.  

Indigene Ansätze der Friedengestaltung  

Indigenes Wissen ist über Jahrtausende gewachsen. Es ist ein zentraler Bestandteil der Kultur aller Indigenen Gesellschaften und umfasst sämtliche Aspekte des gemeinschaftlichen Lebens. Dazu zählen auch Praktiken zur Friedensbildung. Sie wird traditionell verstanden als ein gemeinschaftsbasierter Prozess, bei dem Menschen miteinander in einen Dialog treten, um Frieden aktiv (wieder-) herzustellen. Anders als in westlichen Kontexten ist hier das Ziel, beschädigte Beziehungen der Betroffenen und ihres gesamten Umfeldes zu heilen. Es geht darum, Möglichkeiten zu finden, mit denen eine Harmonie zwischen allen Beteiligten geschaffen werden kann. Das kann auch die Beziehungen der Menschen zur umgebenden Natur betreffen. In diesen Prozess werden daher alle Mitglieder der Gemeinschaft einbezogen, die sich für den Lösungsprozess engagieren wollen. Vielfältige traditionelle Praktiken, wie etwa Heilungskreise, Storytelling und rituelle Zeremonien, sind zentrale Bestandteile dieser friedensstiftenden Aktivitäten. Für diese Praxis der Friedensgestaltung gibt es viele Beispiele in Indigenen Gemeinschaften rund um den Globus. Sie zeigen, dass Frieden auf der Grundlage gemeinsamer und verbindlicher Werte immer wieder aktiv gestaltet werden muss und auch kann.  

Internationale Soziale Arbeit und Friedensbildung an der Hochschule Clara Hoffbauer Potsdam  

Eine Auseinandersetzung mit Indigenen Ansätzen der Friedensbildung kann zum Verständnis allgemeiner friedensorientierter Prinzipien beitragen und die verfügbaren Optionen westlicher Modelle deutlich erweitern. Studierende der Internationalen Sozialen Arbeit und Friedensbildung an der HCHP lernen auch Indigene Ansätze der Friedensgestaltung kennen und erarbeiten sich ein umfassendes praxisorientiertes Wissen, um sich international in der Sozialen Arbeit und Friedensbildung zu engagieren.    

Kiewitt, K. (2023): Indigene Friedensgestaltung und Soziale Arbeit. In: Corax. Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen. 2/2023. S. 14-16

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